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Projekt: "Iphigenie auf Tauris"
Iphigenie ist eine Fremde auf Tauris: Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra wollte sie ihr Vater opfern, um von den Göttern günstige Winde für die Fahrt nach Troja zu erflehen. Die Göttin Diana rettete Iphigenie jedoch und brachte sie nach Tauris. Dort dient sie im Heiligtum der Diana als Priesterin. Unter ihrem Einfluß hat Thoas der Taurenkönig einen den alten Brauch aufgehoben, Fremde, die die Insel Tauris betreten, nach altem Brauch, als Opfer für die Göttin Diana zu töten.
Nun will König Thoas Iphigenie heiraten, um den Bestand seiner Dynastie zu
sichern. Als sie ihn abweist, droht er, den Brauch der Fremdentötung wieder
einzuführen. An zwei Griechen, die man gerade am Strand aufgegriffen hat,
soll ein Exempel statuiert werden. Die beiden Fremden – deren
Identität zunächst noch nicht einmal Iphigenie kennt - sind ihr Bruder
Orest und dessen Freund Pylades. Orest wird von schuldhaften Wahnvorstellungen
geplagt, weil er seine Mutter Klytämnestra umgebracht hat, die ihrerseits
zuvor ihren Mann, seinen Vater, tötete. Ohne zu ahnen, dass die von ihnen
tot geglaubte Iphigenie hier Priesterin ist, sind Pylades und Orest nach Tauris
gekommen, um das Standbild der Diana zurück nach Athen zu bringen. Sie
hoffen dadurch, Orest von dem auf der ganzen Familie lastenden Fluch zu befreien.
Es ist kein Geheimnis, zu verraten, dass Iphigenie sich dafür entscheidet, König Thoas die Wahrheit zu sagen und dabei sich, ihren Bruder und dessen Freund in große Gefahr bringt. Sie ist nicht in der Lage, die Regung ihres reinen Herzens zu ignorieren, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.
Die großen Fragen für uns lauten:
Wo und wie finden wir unsere Wahrheit? Und wie drücken wir sie aus?
Die „reine Seele“ Iphigenie ist in der Lage, die Stimme ihres Herzens
zu hören und bereit, trotz aller Widrigkeiten und Gefahren, dieser Stimme zu
folgen und die Wahrheit auszusprechen.
Wir glauben an die heilsame Kraft des Theaters, durch Verdichtung der Vorgänge und Gedanken eine Unmittelbarkeit zu erzeugen, die den Zuschauer zum Nachdenken ermutigt. Von daher ist unsere Vision, dem Zuschauer Mut zu machen, der Stimme des Herzens zu lauschen und ihr zu folgen und genauso, zu erkennen, wenn ein Mensch „mit dem Herzen“ spricht und dessen Wahrhaftigkeit trotz Nachteilen zu schätzen zu wissen.
Zielgruppe
Wir möchten mit unserer Inszenierung der
„Iphigenie auf Tauris“ besonders ein junges Publikum erreichen. In
Abgrenzung zur Lebenswelt junger Menschen bieten wir eine entschleunigte Version
der Realität in der Kunst des Schauspiels an. Entgegen gängiger
Sehgewohnheiten ist es jedoch für ein junges Publikum mit Sicherheit eine
Herausforderung, einer Inszenierung zu folgen, deren Vorgänge sich
hauptsächlich in Sprache im fünffüßigen Jambus
äußern. Dieser Herausforderung möchten wir uns mit einem frischen,
modernen Inszenierungskonzept und hochgradig intensivem Schauspiel
entgegentreten.
Premiere: November
2011
Regie: Simon
Eifeler
mit:
Lars Evers, Cornelius Kabus, uva.
Technik: HerbatronSystems
Inc.