Projekt WOYZECK
Mehrdimensionales Theaterprojekt „WOYZECK“
Einführung
Bei dem mehrdimensionalen
Theaterprojekt „WOYZECK“ handelt es sich um eine
Inszenierung des Dramas „WOYZECK“ von Georg Büchner kombiniert
mit einem Schulprojekt für die Sek. II. Die
theaterpädagogische Einführung und thematischen Vertiefung mit den
Schülern wird durchgeführt von Mitgliedern des Ensembles und externen
Theaterpädagoginnen. Die Ergebnisse der Schülerarbeit werden mittels
Videotechnik in das professionelle Inszenierungskonzept eingebunden.
Der Erfolg der Maßnahme wird an der Zahl der Aufführungen (mind. 9
incl. Premiere, Auslastung 75%) und der Anzahl der teilnehmenden Kurse (6-10) aus
Düsseldorfer Schulen gemessen.
Es wird als mehrdimensionales Theaterprojekt in der freien Theaterszene
Düsseldorfs organisiert und stellt sich der Herausforderung,
„freie“ Strukturen und Denken mittels Projektmanagement
verstärkt mit unternehmerischem Handeln zu verknüpfen und zum Erfolg zu
führen.
Kooperationspartner sind: “fred - Freies Ensemble
Düsseldorf“(FRED), Jochen Moser, Projektmanagement sowie
die „Theaterfabrik Düsseldorf e.V.“
Zusammenfassung
Das Theaterprojekt Woyzeck kann als
überaus erfolgreich bezeichnet werden. Es übertraf die gesetzten Ziele
in allen Bereichen.
Mit Hilfe des Schulverwaltungsamtes (SVA) konnte das Projekt einerseits auf
eine tragfähige finanzielle Basis gestellt werden und andererseits
waren die Vernetzungen zu Schulen und Medien ungemein hilfreich.
Die intensive Basisarbeit des Regisseurs legt die fachliche Grundlage für
das Inszenierungskonzept, die Ideen zur schulischen Zusammenarbeit fügten
eine neue Komponente hinzu und die Verknüpfung mittels Videoaufnahmen
ermöglichte neue Darstellungsformen.
Über 270 Schüler aus 12 Kursen von 6 verschiedenen Schulen wurden mit
dem Schulprojekt erreicht und nachhaltig zur Auseinandersetzung mit dem Stoff
motiviert. In insgesamt 14 Vorstellungen, 7 davon
als spezielle Schulveranstaltungen, sahen
insgesamt über 700 Zuschauer die Produktion. Die
Schulveranstaltungen wurden im Regelfall durch lebhafte Nachgespräche mit
Regisseur und Schauspielern abgerundet. Umfragen in den Schulen bestätigen
die positive Resonanz der Schüler auf das Projekt in Ganzen.
Eine breite Öffentlichkeit wurde über die Rheinische Post, WZ, Coolibri
und einen 5 minütigen Bericht in centerTV erreicht.
Das Projekt wurde wirtschaftlich erfolgreich durchgeführt, die Einnahmen
aus Aufführungen, Fördermitteln und Spenden deckten die
angefallenen Kosten im geplanten Rahmen.
Die Vision des Schulprojektes
Leidenschaft schaffen!
Die Mission
Wir wollen mit unserer Inszenierung die
Zuschauer und Schüler emotional erreichen und ihnen einen beeindruckenden
und nachhaltigen Abend bzw. Kontakt mit dem Stoff ermöglichen. Den am
Projekt beteiligten Schüler wollen wir die bleibende Erfahrung vermitteln,
wie intensiv Sprache berührt, wenn sie mit dem eigenen Körper erlebt
wird.
Grundidee
Anstoß für die Inszenierung des
Dramas Woyzeck war der Wunsch, Aspekte der Selbstbestimmung und
Selbstverwirklichung in der heutigen Gesellschaft mit Hilfe des Dramas zu
thematisieren. Der Fokus ist besonders auf die Wechselwirkung zwischen
Armutsschicht (Hartz 4-Millieu) und Mittel-/Oberschicht gerichtet und geht der
Frage nach, ob Ausbeutung durch Unterdrückung zu den Formen von Gewalt,
Entmenschlichung und Ausbeutung führt, in die das Drama G. Büchners
mündet. Darüber hinaus ist das Drama Unterrichtsstoff und
Prüfungsthema im Abiturfach Deutsch. Es soll eine Möglichkeit gesucht
werden die Schüler für den Stoff auf einer tiefen Ebene zu
interessieren und ihre Resonanz als Inspiration in die Inszenierung
einzubauen.
Auf dieser Basis wurde ein Konzept erarbeitet, das Schülern verschiedene
Anreize bietet:
1. Praktische, aktive Alternative zum theoretischen Unterricht
2. Eigenes Erleben des Stoffes, die Frage nach dem Bezug zu heute
3. Inhaltsgestaltung „Mitwirkung“ an einer professionellen
Inszenierung
4. Ernst genommen zu werden mit der Einbindung der Arbeit in die
Aufführungen durch wiedererkennen und erleben eigener Arbeitsaspekte.
Die Zusammenarbeit mit den Düsseldorfer Schulen ist ein Kernelement der
Arbeit. Das Projekt in der finalen
Form konnte durch die engagierte, finanzielle Unterstützung des
Schulverwaltungsamtes (SVA) überhaupt realisiert werden. Darüber hinaus
wurden durch die Vermittlung des SVA die intensiven Kontakte zu den Schulen
ermöglicht. Die Vorbereitung durch Vorgespräche mit der Leiterin
der Rektorenkonferenz, sowie die entsprechende Erstverteilung der Informationen
bereiteten hier den Weg für die Gewinnung der großen Anzahl von 12
Kursen aus 6 Schulen. Es sind erheblich mehr als ursprünglich erwartet, denn
der Planwert von 6 Kursen wird um 100% übertroffen. Der
zusätzliche Finanzbedarf wurde über eine
Förderungserweiterung durch das SVA und einem zusätzlichen
Sponsor abgesichert.
Ziel war es, die Schüler für das Drama Woyzeck auf eine besonders
Weise zu interessierten. Die Auseinandersetzung mit dem Stoff wird abweichend vom
theoretischen Schulalltag mit praktischer, aktiver Arbeit ermöglicht.
Informationskaskade
Das Projekt wurde den Schulen
über die folgende Informationskaskade näher gebracht:
-Erste Information vom SVA
Verteilung der Unterlagen über Schulleitungen an die Fachgruppenleiter
Deutsch
- Folgekontakt mit den Fachgebietsleitern über das Projektmanagement
(PM):
Erzielen von Informationen in Bezug auf Interesse und Teilnahmewunsch,
Terminvereinbarung für Nachtelefonat mit den jeweiligen Lehrern
- Folgekontakt (PM):
Terminierung eines persönliches Gespräch (entweder in der TF oder vor
Ort)
- Vereinbarung zur Teilnahme (PM):
Festsetzung des Rahmens der Zusammenarbeit (Anzahl Schüler, Kurse) und
Information über weiteres Vorgehen
- Laufender Kontakt (PM) zum SVA zwecks Feedback und Projektbegleitung
Lehrervorgespräche
Nach der Anmeldung werden mit den
Lehrern Planungsgespräche zur Ermittlung spezielle Anforderungen und
Erwartungen sowohl der Lehrer als auch des Teams diskutiert. Zielsetzungen
und Terminwünsche der Lehrer können so bei der Arbeit mit den
Schülern berücksichtigt werden, um die inhaltliche und zeitliche
Konsistenz des Unterrichtes zu gewährleisten.
Die Umsetzung Die Unterrichtsbesuche wurden, wie geplant in den Wochen 36-38
durchgeführt. Das Konzept wird mit dem Besuch von 3 Doppelstunden, wie in
der Projektplanung beschreiben, umgesetzt und die beschriebenen Ziele werden
nicht nur erreicht, sondern übertroffen.
Kontaktpflege & Informationsaustausch
Im gesamten Verlauf wird großer Wert auf eine intensive Pflege des
Kontaktes sowohl mit den Lehrern als auch dem SVA gelegt. Die
Kommunikation erfolgt über das Projektmanagement. Regelmäßige
Nachrichten halten die Beteiligten stets auf dem Laufenden und
festigen das Vertrauen in die Betreuung. Dies unterstützt die schnelle
und ruhige Lösung einzelner Terminkonflikte.
Stundenverlauf
Die durchgeführten Stunden werden von den Schülern ausgesprochen
interessiert aufgenommen. Anregungen, Kritik und Wünsche werden
in die gemeinsame Arbeit, wo immer möglich integriert, wobei das Engagement
der Lehrer einen entscheidenden Anteil für die Bereitschaft zu
Offenheit im gemeinsamen Umgang und zum Erfolg leistet. Die szenischen und
interpretatorischen Ideen der Schülerinnen und Schüler
flossen über die Videoaufnahmen und als Inspiration der Schauspieler und des
Regisseurs in die finale Inszenierung ein. Sie werden, wie sich in den
Nachgesprächen im Anschluss an die Aufführung herausstellt, von den
Schülern wieder erkannt und als „Eigenanteil“ an der
Inszenierung empfunden.
Feedback generell
Die Rückmeldungen von Schülern
und Lehrern war durchweg geprägt von positiven Reaktionen und Meinungen. Die
Schüler bestätigten die Erweiterung des Verständnisses sowohl
für das Stück, als auch die einzelnen Charaktere und benannten sehr
häufig persönliche Arbeit und Erleben als Ursache für diesen
Verständnisprozess. Viele Schüler, die nach eigenem Bekunden zuvor
wenige Berührungspunkte mit Theater im Allgemeinen hatten, merkten an, dass
ihr Interesse am Besuch von Theateraufführungen zusätzlich geweckt
wurde. Von Seiten der Lehrer wurden o.g. Eindrücke bestätigt,
zusätzlich wurden Struktur und Organisation sowie die Qualität der
theaterpädagogischen Arbeit als sehr gut bewertet. Positiv bewertet wurde
außerdem die gute Integrationsmöglichkeit in den normalen Schulalltag
durch die Stundenkonzeption.
Dokumentation
Um den Projektablauf detailliert zu dokumentieren, wurde das Projekt an
verschiedenen Tagen in den Schulen von einem Fotografen zusätzlich
begleitet und Aktivitäten und Reaktionen in Form von Bildern und
Videosequenzen erlebbar gemacht. Die DVD mit der Dokumentation steht zur
Verfügung.