Theaterfabrik
Projekt Woyzeck
Die neue Produktion der Theaterfabrik e.V.
Der Soldat Woyzeck rasiert seinen bornierten Hauptmann, er wird vom Doktor,
einem zynischen Wissenschaftler, für Experimente missbraucht (Woyzeck darf
über Monate nur Erbsen essen).
Das wenige Geld, welches er als Soldat und als Versuchskaninchen erhält,
bringt er Marie, mit der er in „wilder Ehe“ lebt. Sie hat ein Kind
von ihm, betrügt ihn jedoch mit dem potenten und gut aussehenden
Tambourmajor.
Als Woyzeck von dem Betrug erfährt, ersticht er Marie und wirft das
Messer, dass er sich zu diesem Zweck gekauft hat, in den Teich. Er tötet
Marie, das Einzige, das Kostbarste, was er auf dieser Erde hat.
Mit dem, vom Autor Büchner - damals Anfang 20 - auf Basis eines realen
Kriminalfalls geschriebenen Werk, beginnt in der deutschen Bühnenliteratur
das moderne Drama. Büchner hatte die Lösung sozialer
Widersprüche im Sinn, die bis heute ungelöst sind. Als Ursache dieser
Widersprüche erkannte er die ungerechten Verteilungsprinzipien der
bürgerlichen (heute: kapitalistischen) Gesellschaft, für ihn im
Widerspruch von Arm und Reich, Hütten und Palästen gegenwärtig.
Diese Divergenz wird im Drama Woyzeck aufgezeigt.
Diese Erkenntnis brachte er ins Wort und gestaltete im Woyzeck die Deformation
des Menschen zum animalischen Wesen, wenn ihm Besitz, soziale Anerkennung und
lebensnotwendiges Geld fehlen.
Premiere: 30. Oktober 2010